HIPPOTHERAPIE
- Justine
- 18. März
- 4 Min. Lesezeit
Immer mehr Menschen mit Erkrankungen oder Behinderungen wenden sich einer eher ungewöhnlichen Methode zu: der Equitherapie.
Bei Laboa haben wir Aurélie Esnault, Hippotherapeuterin im Reitzentrum Vallon Juigné in der Sarthe, getroffen. Sie hat uns mehr über ihren Beruf erzählt.
Schauen Sie sich ihr Interview im folgenden Video an 😉
Für alle, die die Equitherapie noch nicht kennen oder mehr darüber erfahren möchten, laden wir Sie ein, den zweiten Teil unseres Interviews mit Aurélie unten zu lesen 👇
Was ist Hippotherapie?

Equitherapie ist eine therapeutische Behandlungsform.
Man kommt nicht zur Equitherapie, um Reiten zu lernen, sondern weil man sich in einem therapeutischen Prozess befindet und mit dem Ziel kommt, sein Wohlbefinden zu verbessern.
Equitherapie richtet sich an eine sehr unterschiedliche Zielgruppe: Kinder, Erwachsene und ältere Menschen – mit oder ohne körperliche Einschränkungen und ohne zwingende Reiterfahrung. Man kann sogar ein wenig Angst vor Pferden haben und trotzdem an einer Equitherapie teilnehmen.
„In den meisten Fällen suchen Menschen, die zur Equitherapie kommen, nach etwas, das sie noch nicht ausprobiert haben und das sich von klassischen Therapien unterscheidet, bei denen sie oft in einem Raum sitzen. Manchmal werden sie auch von einem Arzt, Logopäden oder einer Psychomotoriktherapeutin zur Equitherapie überwiesen. Oder sie haben einfach davon gehört, eine Reportage gesehen oder ihr Kind hat bereits Reitunterricht ausprobiert, aber aufgrund einer Erkrankung sind Gruppenkurse zu schwierig und eine individuellere Betreuung ist nötig.“
⚠️ Wichtiger Hinweis ⚠️
Diese Therapieform ist eine Ergänzung zu medizinischen Behandlungen, ersetzt diese jedoch auf keinen Fall.
„Das Ziel ist es, das Verhalten des Pferdes und das Verhalten des Patienten zu beobachten und diese Beobachtungen anschließend in Worte zu fassen. Dadurch kann der Equitherapeut dem Patienten helfen zu verstehen, wie er sich zum Beispiel in der Schule, bei der Arbeit oder zu Hause verhält“, erklärt Aurélie.
Welche Vorteile hat Hippotherapie?
Die positiven Effekte sind sehr vielfältig und hängen davon ab, warum eine Person zur Therapie kommt. „Equitherapeuten betrachten ihre Patienten ganzheitlich – sowohl körperlich als auch psychisch. Sie arbeiten also gleichzeitig mit dem Körper und der Psyche.“
Die Beziehung basiert auf einem Dreieck: Patient – Pferd – Therapeut.
Wer ist Aurélie Esnault?

Aurélie s’est formée auprès de la SFE (Société Française d'Équithérapie), après avoir travaillé pendant plus de 15 ans dans l’éducation spécialisée des enfants en situation de handicap.
Elle exerce l’équithérapie au centre équestre de Vallon Juigné, dans la Sarthe, et pratique ce métier depuis maintenant 3 ans. Aurélie prend en charge des personnes qui ont de réelles difficultés qu’elles soient psychiques ou physiques (troubles alimentaires, addictions, phobie scolaire, autisme, bipolarité, AVC, …). Elle monte à cheval depuis qu’elle est toute petite et est détentrice du Galop 6, niveau équestre obligatoire pour avoir le diplôme.
Aurélie hat ihre Ausbildung bei der Société Française d’Équithérapie (SFE) absolviert, nachdem sie über 15 Jahre in der Sonderpädagogik mit Kindern mit Behinderung gearbeitet hat.
Heute arbeitet sie als Equitherapeutin im Reitzentrum Vallon Juigné in der Sarthe und übt diesen Beruf seit drei Jahren aus.
Sie betreut Menschen mit sehr unterschiedlichen Schwierigkeiten – sowohl psychischen als auch körperlichen (Essstörungen, Suchterkrankungen, Schulphobie, Autismus, Bipolare Störungen, Schlaganfälle, ...) Aurélie reitet seit ihrer Kindheit und besitzt das Galop-6-Reitabzeichen, das Voraussetzung für diese Ausbildung ist.
⚠️ Wichtiger Hinweis ⚠️
Aurélie bietet ausschließlich Equitherapie-Sitzungen an und keinen Reitunterricht.
Kann Equitherapie auch in Gruppen stattfinden?
„Ja, natürlich! Bei Gruppentherapien werde ich zum Beispiel von IME (medizinisch-pädagogischen Einrichtungen) oder Wohnheimen für Erwachsene angefragt. Auch psychiatrische Einrichtungen können Equitherapie für ihre Bewohner organisieren.“
Mit welchen Pferden wird gearbeitet?
„Für die Equitherapie braucht man spezielle Pferde: unterschiedliche Größen, kleinere Pferde und kräftigere Pferde.
Entscheidend ist aber vor allem ihr Temperament – sie müssen ruhig, sanft und zuverlässig sein, damit die Beziehung zum Patienten gut funktioniert.“
Ist Equitherapie eher für psychische als für körperliche Probleme geeignet?
Nein. Equitherapie kann in vielen Situationen sinnvoll sein, sobald sich die betreffende Person in einem therapeutischen Prozess befindet. Zum Beispiel können Menschen nach einem Schlaganfall kommen, um die Beweglichkeit eines Arms wieder zu trainieren. Gleichzeitig kann der Therapeut mit dem Patienten auch über das Ereignis oder persönliche Themen sprechen. „Es gibt immer ein erstes Ziel – warum der Patient zu uns kommt. Und dann gibt es das, was sich im Laufe der Therapie noch zeigt und entwickelt.“
Wie ist Hippotherapie entstanden?
Der Begriff „Hippotherapie“ ist relativ neu. Die Tiergestützte Therapie existiert jedoch schon sehr lange.
Schon vor vielen Jahren wurden Tiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen oder Vögel in psychiatrischen Einrichtungen eingesetzt. Auch Sigmund Freud experimentierte mit seiner Hündin während seiner psychoanalytischen Sitzungen und stellte fest, dass ihre Anwesenheit positive Effekte auf seine Patienten hatte.
Die Arbeit mit Tieren ist heute bekannter als der spezifische Begriff der Equitherapie, der sich vor allem in Frankreich erst in den letzten Jahren stärker verbreitet hat.
Kennen Sie Hassen Bouchakour und der berühmte Dr. Peyo, das Pferd, das Krebspatienten in Krankenhäusern besucht?
„Er hat die Rolle des Pferdes im therapeutischen Kontext sehr bekannt gemacht.
Allerdings handelt es sich nicht ganz um Equitherapie. Seine Arbeit zeigt vor allem die positiven Auswirkungen der Anwesenheit eines Pferdes bei Patienten mit schweren Krankheiten.“ Manche Menschen sind sogar mit Pferden aufgewachsen. Wenn sie später im Krankenhaus wieder einem Pferd begegnen, kann das starke Emotionen und Trost auslösen. „Das ist keine Magie – aber die Anwesenheit eines Pferdes kann nachweislich sehr positive Effekte haben.“
Weitere Informationen
Hippotherapie-Sitzungen werden derzeit nicht von der französischen Sozialversicherung erstattet, da diese Therapieform noch nicht offiziell vom Staat anerkannt ist.
Einige private Zusatzversicherungen übernehmen jedoch einen Teil der Kosten.
Außerdem kann in bestimmten Fällen die MDPH (Maison Départementale des Personnes Handicapées oder Departementales Haus für Menschen mit Behinderungen) einen Teil der Sitzungen finanzieren.
Aurélie empfiehlt allen, die diesen Beruf ausüben möchten, zunächst Erfahrung im sozialen oder therapeutischen Bereich zu sammeln, bevor sie die Ausbildung beginnen.
Sie bietet außerdem Praktikumsplätze für Personen an, die sich in der Ausbildung zur Equitherapeutin oder zum Equitherapeuten befinden.
Bei Sitzungen mit Kindern können auch die Eltern teilnehmen, sofern das Kind einverstanden ist. Die Übungen werden natürlich an das Kind angepasst.
Kontakt zu Aurélie Esnault
Mail :
Telefon :
Facebook : @Equithérapie72
Website : http://www.equitherapie72.sitew.org/
Vor OrtReitzentrum Vallon Juigné, 72700 Allonnes
Termine: Mittwoch, Donnerstag und Freitag
Interview und Artikel:
Justine Couturier und Marketingassistentin bei Laboa





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